Is it just み?

Tag: Review

[Review] Mal nicht die Welt retten…

by on Jan.14, 2010, under Filme

Na, Doctor Who Fans unter den Lesern? Für diese (und wohl auch viele andere) sollte klar sein: Wer durch die Zeit reisen kann, der hat die Welt zu retten. Man könnte ja einiges machen: Im Lotto gewinnen und es spenden, Hitler töten, Bush den Irakkrieg ausreden, die Zeugung von Britney Spears verhindern…

Das ist ja normalerweise auch der Fall, wenn der Hauptcharakter eines Films durch die Zeit reist. Wieso auch nicht, ist ja sinnvoll. Große Pläne, wilde Verfolgungsjagden, ein Gegenspieler der das Gleiche kann, die Erkenntnis, dass einige Dinge nicht zu verändern sind – patsch – fertig ist der Zeitreise-Schinken wie wir ihn kennen und (zumindest ich) immer noch mögen. Twelve Monkeys zeigt wie man es gut, Doctor Who setzt es albern aber unterhaltsam um, Zurück in die Zukunft zeigt wie man es kultig  – und viele viele B-Movies zeigen wie man es lieber nicht macht.

Nun ist eine neuer Film in die Kinos gekommen, dessen Hauptcharakter die Fähigkeit hat durch die Zeit zu reisen: The Time Travellers Wife. Zumindest für mich ist dies der erste Zeitreise-Film der eine vollkommen andersartige Geschichte erzählt als alle mir bisher bekannten Werke dieser Art, nämlich eine reine Liebesgeschichte.
Ich bin nun wirklich nicht der Typ, der Abends mit Schokolade und Tee vor dem Fernseher hockt und sich die Tränendrüsen durchspült, daher war ich zunächst erst einmal enttäuscht davon, dass es in diesem Film anscheinend keine Action geben wird…

Vorsicht Spoiler!

Die Geschichte beginnt recht seltsam, und wenn man den Titel des Films nicht kennen würde, wäre die Wirkung der ersten Sequenz des Films wohl noch einmal deutlich intensiver: Ein kleiner Junge fährt mit seiner Mutter im Auto. Sie singt ein deutsches Lied (ist wohl Opernsängerin) und unterhält sich danach mit ihrem Sohn. Es ist Winter, die Straßen sind verschneit und auf der Gegenfahrbahn kommt ein LKW ins schleudern. Sie kann dem LKW fast ausweichen, trifft ihn jedoch an der Seite und der Wagen schleudert herum. Plötzlich beginnt der Junge sich langsam aufzulösen, dann wird das Auto von einem weiteren LKW frontal gerammt und explodiert.
Der Junge taucht am Straßenrand wieder auf und ein junger Mann kommt zu ihm um Ihm zu erzählen, dass er ein Zeitreisender sei – und zwar er selbst aus der Zukunft.

Soweit zum Aufhänger der Geschichte. Ich persönlich hatte jetzt einen Actionfilm erwartet in dem der Hauptcharakter die Welt rettet und sich vielleicht am Ende herausstellt, dass der böse Gegenspieler den Unfall verursacht hat, oder irgendsowas…
Stattdessen wird die Lebensgeschichte des Zeitreisenden erzählt, die Geschichte eines normalen Menschen, wenn da nicht dieses Zeitreiseproblem wäre.

Der Film fokussiert sich im Gegensatz zu den meisten Anderen des Zeitreise-Genres eben nicht auf sein Talent und dessen Entwicklung, sondern beschreibt die Geschichte eines beinahe normalen Mannes, der eben diese – von ihm nicht wirklich kontrollierbare – Fähigkeit besitzt, die für ihn eigentlich Hauptsächlich von Nachteil ist.

So richtet sich sein Leben an einer Konstante aus: Seiner späteren Frau. Diese lernt er als erwachsener Mann, sie als junges Mädchen zum ersten mal kennen und ihre Leben verlaufen nun mal nicht parallel, was logischerweise zu seltsamen, aber nicht allzu fremden, Problemen in ihrer Beziehung führt.

Zuviel will und kann ich nicht vorweg nehmen, denn einerseits bietet der Film im Grunde genommen nicht allzu viel Plot und andererseits würde ich vielleicht den Film zumindest teilweise verderben, wenn ich noch weitere wichtige Plotelemente ausplappere – so viele gibt es ja nicht.

Alles in allem ist es ein sehenswerter Film, einer der wenigen Liebesfilme die ich durchhalte ohne mich die Hälfte der Zeit über die Charaktere, die Geschichte und die Dialoge aufzuregen; quasi der erste Liebesfilm seit Eagle vs. Shark den ich mochte, auch wenn der Zeitreisende weder vergleichbar ist noch an das neuseeländische Meisterwerk  herankommt. Dennoch finde ich es bemerkenswert wie realistisch und klein man einen Zeitreisefilm halten kann, allein dafür meine Empfehlung.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 6/10
Kultfaktor: 0/10
Action: 1/10
Comedy: 1/10
Drama: 6/10
Horror: 0/10
Lovestory: 8/10
Anspruch: 4/10
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[Review] Science Fiction Schlümpfe in 3D

by on Jan.08, 2010, under Filme

Angekündigt wurde mir der neue Film von Titanic-Versenker James Cameron als grandioses optisches Spektakel ohne nennenswerte Story aber dennoch sehenswert; also ab ins Kino, obwohl ich als Plot- und Charakter-Nazi ja grundsätzlich eher unbegeistert bin von Filmen in denen es nur um Effekte geht. Los geht’s: Längenzuschlag zahlen, Logenzuschlag zahlen (mitte hinten heißt jetzt wohl “Loge” [Update: wurde aufgeklärt, das ist wohl in vielen Kinos schon lange so – hab ich bisher ignoriert]), 3D-Zuschlag zahlen, Brillenzuschlag zahlen, Werbung angucken, sich als Raubkopierer beschimpfen lassen – ja ich weiß wieso ich Kino liebe. Haltet bloß die 3D-Technik für Heimkino-Projektoren möglichst lang zurück, damit ich wenigstens noch alle 5-8 Monate ins Kino gehe – abgesehen von Avatar waren meine letzten 4 Kinobesuche in den letzten 2 Jahren sozial motiviert und nicht wegen des Films. Ich schweife ab. Zurück zum Film.

Ich ging also in der Erwartung in diesen Film ein optisches Spektakel mit kunterbunt gerenderten fremden Planeten, atemberaubenden 3D-Sequenzen, flachen Witzen und noch flacheren Charakteren zu sehen, das alles aufgezogen auf einer oberflächlichen Geschichte, der man von weitem ansehen kann, dass sie in einem Satz hinreichend erklärt werden kann.

Erst einmal hatte ich den gesamten Film über Probleme mit dem 3D-Effekt. Nicht dass der nicht ziemlich klasse aussah, allerdings immer nur dann wenn man selbst genau auf die Stelle fokussiert, die auch scharf aufgezeichnet/gerendert wurde. Augenscheinlich gehöre ich zu den Kino-Besuchern die als erstes immer genau auf die falsche Stelle gucken, denn ich musste meistens den scharf gestellten Punkt im Bild erst einmal suchen – das geht bei 2D eben deutlich schneller – bei schnellen Schnitten hat das bei mir dazu geführt, dass ich das Gefühl hatte alles relativ unscharf zu sehen. Vielleicht ist es ja nicht normal, aber wenn auf zwei Drittel des Bildschirms ein gerendertes Gesicht gezeigt wird, dann schweift mein Blick eben gerne ab, um zu sehen was im Hintergrund geschieht – wichtige Veränderungen des Gesichts sehe ich so “aus den Augenwinkeln”. Das ist bei 2D auch einfacher. Wie dem auch sei: das 3D-Erlebnis war schon lohnenswert, wenn auch jetzt nicht mehr das ultimative Killer-Argument für mich.

Vielleicht schreibe ich mal einen Artikel über 3D-Kino allgemein, wenn ich mehrere Filme und evtl. auch mehrere Verfahren in 3D kennen gelernt habe.

Los geht es also mit den unglaublich flachen Charakteren in der unglaublich flachen Story…

Vorsicht Spoiler!

Der Hintergrund ist wirklich schnell erzählt: Die Menschheit benötigt um ihren Lebensstandard hoch zu halten ein auf der Erde nicht anzutreffendes Metall, dass pro Kilo ein paar Millionen $ kostet (Nagut, es ist die Zukunft, wer weiß schon was die Inflation so alles angerichtet hat, aber es heisst doch tatsächlich “Unobtainium” – grandios), das hat man in riesigen Mengen auf einem Planeten gefunden auf dem ein blaues, groß gewachsenes und intelligentes Naturvolk lebt, so eine Indianer-Schlumpf-Hulk-Mischung. Die ganze Abbauoperation liegt in privater Hand, inklusive des dazu gehörenden Militärs und der Forschungseinrichtung, was quasi den Chef des Unternehmens die Führerrolle einnehmen lässt, die sonst in Hollywood klassischerweise vom amerikanischen Präsidenten belegt ist. Logischerweise sind die “Eingeborenen” nicht vollständig mit dem Abbau der Rohstoffe und der damit einhergehenden Umweltzerstörung einverstanden, weshalb es immer wieder Reibereihen gibt – dafür auch das Militär als Wachhund.

Damit scheint dann der grundsätzliche Hintergrund ausreichend beleuchtet – die böse Industrie beutet mit Hilfe des bösen Militärs die armen (aber wehrhaften) Uhreinwohner aus, die Wissenschaftler sind natürlich die Guten die auf der “falschen” Seite spielen. Das passt auch grob – allerdings haben sich die Autoren glücklicherweise ein bisschen mehr um die Details gekümmert um das so stehen lassen zu können – dazu später mehr.

Der wichtige Kernpunkt, der die Geschichte überhaupt erst möglich macht, sind zwei Technologien, die es ermöglichen 1. einen Alien-Mensch Hybriden ohne eigenes Bewusstsein auf Basis individueller DNA im Labor zu züchten und 2. diesen dann mit einer direkten, kabellosen, reichweitenunabhängigen Gehirn-zu-Gehirn-Verbindung fernzusteuern.

Der Hauptcharakter ist ein Soldat im Rollstuhl, gespielt von Sam Worthington, den zumindest ich zum ersten Mal als modernen MacBeth gesehen habe, bevor er zum Terminator wurde. Richtig gehört – man kann Alien-Hybriden herstellen, aber der Soldat bleibt im Rollstuhl – so sieht das also aus, wenn man eine flache Story hat. Und genau an solchen Punkten zeigte sich, dass man bei Avatar zwar eine einfache Story gewählt hat, aber dennoch genügend Hirnschmalz in den Hintergrund geflossen ist: Später wird nämlich erklärt, dass man die Benutzbarkeit der Beine sehr wohl wiederherstellen kann, es aber alles eine Frage der Finanzen ist und Marines wohl keine allzu großzügige Krankenversicherung haben. Neben einem dezenten Hieb gegen das Gesundheitswesen ist hier also auch noch eine relativ zynische Weltsicht eingeflossen, was mir nach meinem “Aha, der Film fängt schon unlogisch an” sehr gut gefallen hat.

Jedenfalls muss dieser Soldat für seinen verstorbenen Zwillingsbruder einspringen, der im Gegensatz zu ihm ein hoch intelligenter Wissenschaftler war und einen der Alien-Hybriden steuerte. Wieso jetzt ein ungeschulter Soldat, der nicht einmal die Sprache der Eingeborenen versteht, in die wissenschaftliche Arbeit eingebunden wird statt einen neuen Wissenschaftler einzuarbeiten ist auch schnell erklärt: Die Avatare genannten Alien-Hybriden können nur von demjednigen ferngesteuert werden von dem ihr menschlicher Teil der DNA stammt, somit also nur vom DNA-Spender oder dessen eineiigen Zwilling. Dazu kommt, dass die Erstellung eines Ausgewachsenen Avatars wohl unglaublich teuer ist.

Das Avatar-Programm ist quasi der wissenschaftliche Versuch in Kontakt mit den Einwohnern des Planeten zu kommen und sie davon zu überzeugen, dass weitere Lagerstätten erschlossen werden dürfen ohne von Ihnen dafür angegriffen zu werden. Dafür nehmen Wissenschaftler also die Form der Aliens an und bringen Ihnen in eigens dafür erstellten Camps unter anderem die englische Sprache bei. Wieso man dafür unbedingt die Form eines Aliens annehmen muss ist meiner Meinung nach nicht ausreichend erklärt, gerade wo das doch so unglaublich teuer ist, aber andererseits wäre die gesamte Geschichte undenkbar, ich bin also bereit das hinzunehmen, ohne dass es mir den Film vermiest. Eine kleine Pseudo-Erklärung gibt es zwar – Menschen können in der Atmosphäre nicht überleben – aber Atemmasken udn Pressluft sind immernoch billiger als Avatare…

Der nächste wichtige Charakter ist der Chef des Militärs – der Colonel (Endlich mal kein General an der Spitze, aber das liegt wohl daran, dass es kein staatlicher Feldzug ist) gespielt von Stephen Lang, der wunderbar stereotypisch als rauer, alter, muskelbepackter Sack dargestellt wird der kein Interesse an irgend etwas anderem als seinem militärischen Ziel hat. Man könnte es den Autoren durchaus ankreiden, dass sie hier sehr tief in die Klischee-Schublade gegriffen haben, andererseits finde ich die Darstellung des übertypischen Colonels, der sowohl die klassische Militärrolle als auch die perfekte tragische Vaterfigur darstellt, unglaublich stimmig, auch wenn sie es mit seinem Dialekt (ich kenne nur den Originalton, nicht die deutsche Synchronisation) und seinen kurzen monotonen Sätzen zu weit getrieben haben. Für jemanden der keine grundsätzliche Abneigung gegen die Organisationsstruktur und das Prinzip des Militärs hat, ist der Colonel am Anfang eigentlich gar nicht so unsympatisch; während der Rest der Soldaten eher als stumpfe egoistische Kämpfer dargestellt werden, ist er eine klassische Vaterfigur, der von den Autoren mit Bestimmtheit aber auch persönlichem Interesse an seinen Soldaten ausgestattet wurde. Quasi ein typischer harter Knochen mit einer Spur von Herz. Dieser sieht in seinem Mann bei den wissenschaftlichen Eierköppen als erste Chance mal etwas militärische Intelligenz unter die Eingeborenen zu bringen und somit seine Chance auf einen Spitzel in den Reihen der Aliens.

Ein weiterer Wichtiger Charakter auf den Seiten der Menschen ist der Chef der Firma, also der der ganz oben sagt wann es sich lohnt die Bewohner des Planeten zu töten, quasi der – vorsicht Wortzwitz – Chief-Executive-Officer. Und auch der wird nicht vollkommen stereotypisch als blutleerer Finanzhai dargestellt, sondern als (durchaus gewinnorientierter) Mensch; sehr gut gecastet für diese Rolle wurde der nicht gerade nach dem typischen BWLer aussehende Giovanni Ribisi, der den Meisten wohl als Phoebes Bruder aus Friends bekannt sein dürfte. Statt eines perfekt gebauten, aalglatten Schlipsträgers, den ich als Prototyp für den Chef eines multiplanetaren (hihi) Unternehmens erwartet hätte, stellt Ribisi – typisch für den Schauspieler, jedoch nicht für den Charakter – einen etwas verschrobenen und dadurch durchaus menschlichen Geschäftsmann dar, der zwar über Leichen geht, dem man es aber anmerkt wieso er sich entscheidet wie er sich entscheidet und dadurch viel realistischer wirkt. Da ich eh nicht vorhabe einen Spannungsbogen in diesem Review aufzubauen, kann ich das Ende vorweg nehmen um den Charakter näher zu beschreiben: Er entscheidet sich aus der Ferne für den Krieg gegen die Aliens, ist auch bereit den Steuerknüppel zu drücken während seine Mitarbeiter zögern, zeigt aber später dennoch Zweifel, die jedoch von seinem persönlichen Ziel, der Gewinnmaximierung, mit Hilfe von Pseudoargumenten aufgehoben werden. Als dann am Ende die Aliens gewinnen reiht er sich ganz unauffällig in den Strom seiner Untergebenen ein um ja nicht aufzufallen – sehr geschickte Charakterdarstellung mit einer nicht zu dick aufgetragenen Kritik an “den Schlipsträgern” da draußen.

Als nächstes hätten wir die Wissenschaftlerin, also die Chefin der Wissenschaftler, gut und nachvollziehbar aber nicht sonderlich herausragend gespielt von Sigourney Weaver, die nach den vier Alien-Filmen und Galaxy Quest endlich mal wieder was mit Außerirdischen zu tun hat. Über ihren Charakter gibt es nicht viel zu sagen, der wohl flachste Hauptcharakter des Films, eine Wissenschaftlerin die das Militär nicht mag (Duh!) und als Diplomatin die Schulen der Außerirdischen betreut und daher natürlich eine emotionale Bindung aufbaut. Daraus ergibt sich eigentlich auch schon alles weitere.

Ein weiterer sehr einfacher Charakter ist die rebellische Pilotin auf Seiten des Militärs, gespielt von der vor allem aus Lost bekannten Michelle Rodriguez. Wieder ein sehr einfacher, und meiner Meinung nach der unlogischste Charakter des Films: Die Pilotin ist diejenige aus den Reihen des Militärs, die später mit dem Hauptcharakter auf die Seite der Eingeborenen wechselt, das mag sich noch mit ihrem Gewissen erklären lassen und außerdem braucht man einen Piloten auf der anderen Seite für den Plot, aber dennoch ist das Wie äußerst unlogisch: Sie weigert sich einen Schußbefehl auszuführen – das bleibt vollkommen folgenlos – danach befreit Sie dann den inhaftierten Hauptcharakter und stiehlt mit ihm zusammen ein Fluggerät. Welches Militär lässt einen Soldaten nach einer Befehlsverweigerung frei und vollkommen unüberwacht herumlaufen? Danach kämpft sie mit eben diesem gestohlenen und lustig angemalten (wohl damit sowohl der Feind als auch der Zuschauer unterscheiden kann auf wen zu schießen ist…) Flug-Dings gegen den böse Colonel – und zwar ganz heroisch – erst schießt sie von hinten eine Salve quer über das mindestens 10 mal so große Kampfschiff des Gegners, dann stellt sie sich dem viel stärkeren und besser bewaffneten Schiff gegenüber und verliert natürlich im Feuergefecht, statt es, wie geplant, vorher kampfunfähig zu machen. Was soll uns das sagen? Ehrenvoller Kampf bringt nichts?

Zu guter Letzt, der zweite Hauptcharakter namens Neytiri auf Seiten der Aliens gespielt – oder mehr gerendert auf Basis – von Zoe Zaldana, die einigen als die neue Uhura bekannt sein dürfte. Ich zumindest habe keine so große Ähnlichkeit zwischen den Schauspielern und deren Na’vi-Derivaten (Die Alien-Rasse heisst so) feststellen können, aber ich bin auch ziemlich schlecht darin Gesichter wiederzuerkennen. Neytiri jedenfalls ist eine Jägerin und diejenige die den Hauptdarsteller in seiner Avatarform auffindet nachdem dieser von seiner Gruppe getrennt wurde und wegen eines “Zeichens” nicht umbringt. Sie ist vergleichsweise flach angelegt, auch wenn das kaum stört, da sie quasi die gesamte Alienrasse erklärt und zu viele individuelle Eigenschaften wahrscheinlich zu stark abgelenkt hätten. Einziger wirklicher Moment in dem der Charakter estwas Individualität bekommt ist der als ihr (ziemlich beeindruckend) klar wird was Krieg bedeutet; ein für den Plot relativ unwichtiger aber doch filmisch zwar klassisch, aber sehr beeindruckend umgesetzter Punkt im Leben des Charakters. Sie ist die Tochter des Stammesführers und wird damit beauftragt den “neuen” in Ihre Gebräuche einzuführen, muss wohl auch so sein, in solchen Geschichten ist es immer die erste Kontaktperson, die die wichtigste bleibt.

Nach den Charakteren nun der schnell erklärte Plot:

Soldat auf Planet, steuert seinen Avatar, wird nach einer Verfolgungsjagd durch ein Tier von seiner Gruppe getrennt, verläuft sich, Jägerin sieht ihn, will ihn töten, bekommt ein Zeichen, will ihn nicht mehr töten, nimmt ihn mit in den “großen Baum”.
Dort wird dann entschieden, dass er als einer der “Aliens” aus Sicht der Ureinwohner geschult und in Ihre Gesellschaft aufgenommen wird, was natürlich die Jägerin und Tochter des Stammenhäuptlings übernehmen soll. Dann kommt das typische ich-bring-dir-was-bei-du-raffst-es-nicht-dann-aber-doch Geplänkel und schließlich wird unser Held zum beinahe voll integrierten Alien-Spitzel. Nun entscheidet man bei den Menschen die Aliens anzugreifen, weil man an das Metall unterhalb Ihrer Wohnstätte will und die nicht umziehen wollen – was bei unserem Soldaten-Schlumpf, der sich natürlich in seine Lehrerin verliebt hat, dazu führt dass er die Seiten wechselt. Außerdem ist er dann der auserwählte der Aliens und es gibt einen großen Kampf. Am Ende siegen die Aliens.

Das alles ist keine große Geschichte, womit der Film punkten kann sind die Details: Die Sprache der Na’vi scheint ziemlich gut ausgearbeitet zu sein, der Hintergrund – wieso alles auf dem Planeten so funktioniert wie es funktioniert – ist ziemlich gut erklärt (wenn man die ganze Gaia-Geshichte auch längst in anderer Form kennt), die Charaktere sind zwar relativ flach, aber dafür größtenteils solide ausgearbeitet und tragen die Geschichte.
Dazu gesellt sich, dass auch der Humor im Film nicht zu kurz kommt; auch wenn der Film nicht als lustig angelegt ist sind die untergebrachten Witze sehr gut eingebunden und nicht vollkommen abgenutzt wie das normalerweise in Actionfilmen der Fall ist. Allein die Darstellung des Soldaten in Aliengestalt und wie verspielt und kindlich er auf berührungsempfindliche, leuchtende Pflanzen reagiert ist sehenswert. Genauso die eingebundene Slapstick-Sequenz als seine Lehrerin ihm zeigt wie man einen Sturz durch das Blätterdach des Urwaldes sanft abfängt und seine Darbietung natürlich das Gegenteil von “elegant” zeigt, hilft der Darstellung des Charakters, dessen Mensch- und Männlichkeit und ist gleichzeitig eine geschickt eingebundene Version des klassischen “comic relief” um den Spannungsbogen zu prägen.

Eine Sache ist mir jedoch aufgefallen, die ich seltsam fand:
Alle Lebewesen haben diese Kommunikations-Tentakel (was ja mal aus Sicht eines Technik-Nerds sowas von sau-cool ist – eine biologische Informations-Übertragungs-Schnittstelle) und dennoch werden sie von den Na’vi nicht untereinander zum effizienten Informationsaustausch, genutzt. Nagut – vielleicht ist das ja auch eine Form des Sex bei denen, aber schließlich macht man das ja auch mit den Tieren… was aber zu Philosophie der Na’vi passt dass alle Spezies des Planeten gleichberechtigt sind. Vielleicht hat man das ganze aber auch deshalb nicht beleuchtet, weil man egal mit welcher Deutungsart irgend einem Teil der Zuschauer auf den Schlips getreten hätte.
Update:
Nagut, dasmit dem Sex ist einfach verschwiegen worden – unsere Schlümpfe benutzen doch ihre Tentakel.

Neben dem einen Charakter-Fehlgriff gibt es für mich eigentlich nur einen weiteren harten Kritikpunkt am Film: Fast alles war vorhersehbar. Am Anfang wird ein kugelsicheres Tier vorgestellt und mir war beim Rückzug der Na’vi auf Grund der hohen Feuerkraft der Menschen sofort klar, da kommt noch was. Der große Vogel wurde nur einmal bewzungen? Bald wohl noch einmal. Und so ging es eben mit allem was vorgestellt wurde: Wird es dem Zuschauer in mehr als 10 Sekunden vorgestellt ist es noch wichtig für die Geschichte und man kann sich spätestens kurz vor der entsprechenden Szene denken wann es auftaucht.

Nun habe ich alles und nichts über den Film erzählt. Das ist hoffentlich hilfreich, falls der werte Leser den Film noch nicht gesehen hat (was ja bei den eingespielten Summen statistisch unwahrscheinlich ist) oder gerade ausreichend um meine Kritik am Film nachvollziehen zu können. Obwohl ich eigentlich selten einem der wirklich erfolgreichen Mainstream-Kino-Filme eine gute Note gebe (zuletzt hat mich glaube ich Matrix umgehauen, und das ist ausch schon wieder zehn Jahre her) ist es jetzt wohl mal wieder Zeit dafür. Vielleicht ändert sich meine Meinung auch wenn ich ihn noch ein oder zwei mal in Ruhe zu Hause gesehen habe, aber bis die DVD herauskommt ist ja noch etwas Zeit…

Update: Eine Kritik habe ich eben bei Wikipedia gelesen, die ich zitieren will: “Annalee Newitz of io9 concluded that Avatar is another film that has the recurring ‘fantasy about race’ where ‘some white guy’ becomes the ‘most awesome’ member of a non-white culture.” (aus When Will White People Stop Making Movies Like “Avatar”?)

Bewertung:
Gesamtbewertung: 8/10
Kultfaktor: 3/10
Action: 9/10
Comedy: 5/10
Drama: 8/10
Horror: 0/10
Lovestory: 6/10
Anspruch: 5/10
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[Review] Die Welt geht mal wieder unter…

by on Dec.06, 2009, under Filme

Heute habe ich mal den Weltuntergangsschinken 2012 gesehen. Und neben der hahnebüchenen Ploterklärung am Anfang bleibt Danny Glover einfach Murtaugh egal wie viele andere Rollen er noch spielt. Mein erster Gedanke war dass der Herr Präsident wohl gleich verkünden wird, dass er “zu alt für diese Scheiße” sei.

Ich mag John Cusack ja trotz allem noch immer für seine immer gleichen Rollen und Woody Harrelson ist auch immer für einen seltsamen Auftritt gut, aber selbst Chiwetel Ejiofor und Thandie Newton die ich bisher ausschließlich in guten Filmen gesehen habe (mag Zufall sein) können in diesem Fall nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei diesem Film nicht um eine Geschichte handelt, sondern um eine Aneinanderreihung von Spezialeffekten und billigen emotionalen Szenen.
Wenigstens die grauenvolle Rede des Präsidenten wurde unterbrochen um wieder Platz für schlechte aber dafür unglaublich teure Actionszenen zu schaffen.

Bisher zieht sich der Film unglaublich hin… die Actionszenen sind vollkommen überzogen und natürlich entkommt man immer in letzter Sekunde, manchmal sogar etwas später und die Dialoge sind nicht einmal ansatzweise erträglich. Unglaublich langatmiges Gesülze gemischt mit schlechten Sprüchen und billigsten Emotionspäckchen aus dem Genre der christlichen Groschenromane.

Vielleicht kommt ja noch was, aber viel Hoffung habe ich nicht mehr – der Film ist schon zu 3/4 vorbei und ich habe das Gefühl man hätte gut 2/3 herausschneiden können. Gerade fällt ein weiteres Phallussymbol in den teuer gerenderten Boden und beim Zerbrechen des Kirchendachs, wo sich der Riss natürlich genau zwischen Gottes und Adams berühmten Fingern entfaltet, wird vor lauter platter Symbolik schon beinahe schlecht – gut dass ich überteuertes Popcorn habe und eine Nullcola zum runter spülen.
Zum Ende hin wird das ganze dann noch zu einer Poseidon/Titanic Klon was man auch sehr schön an den wechselnden Bildfarben und der Kameraführung erkennen kann…

Ich würde mir diesen Film jedenfalls kein zweites mal angucken wollen, denn die Special Effects sind dann leider doch nicht gut genug um über den ganzen restlichen Unfug den man hier produziert hat hinweg zu helfen. Immerhin habe ich bis zum Ende durchgehalten, aber das habe ich zuletzt selbst bei G.I. Joe und der war noch schlimmer, aber dafür wenigstens unfreiwillig komisch.
Wer auf storyfreie Actionunterhaltung mit wenig sinnvollen Dialogen steht und auch gerne einfach mal einer Mordswelle beim Zivisilationen wegspülen zuguckt, der kann sich diesen Film allerdings schon antun. Manuela hat den Film (mit Spoiler-Hinweis – haha) etwas wohlwollender begutachtet und wer ein Wort wie “Obamaized” benutzt sollte sowieso gelesen werden.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 3/10
Kultfaktor: 0/10
Action: 6/10
Comedy: 0/10
Drama: 2/10
Horror: 0/10
Lovestory: 1/10
Anspruch: 0/10
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[Review] Realismus und Aliens

by on Oct.29, 2009, under Filme

Was würde passieren wenn die Menschheit mit Aliens in Kontakt kommt?

  • a) Die Aliens napfen sich an dein Gesicht und legen Eier in deinen Körper
  • b) Die Aliens züchten im Geheimen Alien-Mensch Hybriden und starten Verschwörungskampagnen mit amerikanischen und russischen Geheimdiensten
  • c) Die Aliens entführen Wissenschaftler und fliegen mit Ihnen zurück nach Metaluna
  • d) Alles bleibt wie es ist, nur dass man jetzt eine weitere Form von Rassismus hat

District 9 geht jetzt den realistischen Weg. Der Film beginnt mit einem Zusammenschnitt aus “Nachrichten” die über das Erscheinen eines UFOs über Johannesburg berichten. Die Ereignisse werden kurz und prägnant im The-Office-Stil zusammengefasst: Nachrichten-Szenen, Interviews mit Mitarbeitern und Analysten, Szenen aus der Stadt.

Relativ schnell schießt sich das “Kamerateam” auf eine Person ein. Ein ziemlich weichlich aussehender Typ, könnte wohl rein optisch als Standard-Beamter zusammengefasst werden, der von seiner Familie erzählt und irgendwo am Schreibtisch einer Behörde arbeitet die sich mit den Aliens befasst. Er wird der Hauptcharakter der geschichte werden, auch wenn man in der ersten Hälfte des Films nicht viel von “Geschichte” mitbekommt, da im Pseudoreportage-Stil erst einmal alles erklärt wird: Die Aliens kamen her, niemand weiß wieso, sie konnten Ihr Schiff nicht verlassen, die Menschen haben die Hülle des UFOs (das immer noch über der Stadt schwebt) geöffnet und fanden vollkommen verwahrloste Lebewesen vor. Diese wurden dann natürlich prompt in eine Art Ghetto gepackt und die angrenzende Stadt mit Kein-Zutritt-Für-Aliens-Schildern gepflastert. Nach ca. 20 Jahren hat sich das ganze eingependelt, die Aliens leben in ihrem Slum und sind natürlich der Grund allen Übels für die menschliche Bevölkerung. Man beschließt nun also um den unzufriedenen menschlichen Anwohnern entgegenzukommen die Aliens umzulagern.

So beginnt dann eine actiongeladene Geschichte, die wirklich fast jeden Zuschauer bedienen sollte. Action gibt es genug, schließlich rückt man mit Militärverstärkung an um die Aliens über ihre bevorstehende Umsiedlung zu informieren, Ironie und Zynismus sind quasi der Unterton des Films, schließlich geht es hier darum wie wir mit “Anderen” umgehen, Drama gibt es dank einer persönlichen Wendung für den Hauptcharakter und Technik gibt es dank der Aliens auch ein wenig.

Wenn es diesen Film noch nicht gäbe hätte ich ihn drehen wollen. Vielleicht hätte ich mich noch mehr in dem Reportagen-Stil verrannt, doch die Story hier macht den Film auch für Leute die keine Stromberg-Freunde sind interessant.
Dieser Film wird auf jeden Fall den Sprung in meine DVD-Kollektion schaffen.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 8/10
Kultfaktor: 7/10
Action: 8/10
Comedy: 2/10
Drama: 6/10
Horror: 2/10
Lovestory: 3/10
Anspruch: 7/10
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[Review] Yet another typical horror flick…

by on Aug.22, 2009, under Filme

Als gäbe es nicht schon genügend durchschnittliche Horrorfilme, musste mit The Haunting in Connecticut mal wieder eine “vollkommen andere” Geschichte erzählt werden, beruhend auf wahren Gegebenheiten, selbstverständlich. Mal abgesehen davon, dass ich die Genauigkeit anzweifle mit der die Realität in diesem Fall aufgeschrieben und verfilmt wurde ist die Geschichte nun wirklich nichts neues.

Genau wie in The Amityville Horror (und 2005) zieht eine Familie in ein Haus mit zweifelhafter Hintergrundgeschichte ein. Der Hauptunterschied ist die zusätzliche Dramatik des krebskranken Sohns, der als erster die seltsamen Erscheinungen sieht. Die Basis des Plots im Gegensatz zu AH nicht, dass das Böse im Haus die Bewohner verändert, sondern sie Dinge sehen lässt, jedoch ist das Grundkonzept natürlich exakt gleich: Haus hat eine fiese Geschichte, Seelen/Geister haben noch eine Rechnung offen und lassen es an den armen unschuldigen neuen Bewohnern aus – wirklich nichts neues.

Ein positives hat der Film allerdings doch: Das Design. Die zombieartigen Geister sind optisch interessant, ein gutes wenn auch aufwendiges Vorbild für den nächsten Larp-Zombie, und die seltsam interessante Darstellung des Ektoplasmas kommt der Beschreibung seines ursprünglichen Entdeckers/Erfinders doch ziemlich nahe.

Wer einen Horrorfilm sehen will mag sich diesen ja gerne mal aus der B-Movie-Ecke günstig ausleihen, aber mehr als einmal will man diesen Film sicher nicht sehen.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 3/10
Kultfaktor: 0/10
Action: 3/10
Comedy: 0/10
Drama: 2/10
Horror: 5/10
Lovestory: 0/10
Anspruch: 1/10
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[Review] Dangerous Person

by on Aug.21, 2009, under Filme

Angefressene Äpfel mit Drahtbeinen, Ameisen und Möven? Was zum Geier soll die Stop Motion? Was sind das für Menschen? Napoleon Dynamite die Zweite, nur mit ungewöhnlichem Dialekt.

Der eher unauffällige Film aus Neuseeland mit dem eher einen 70er-Jahre-Horrorfilm erwarten lassenden Namen Eagle vs. Shark überraschte mich doch sehr. Technik, Farben, Ton und Setting ließen mich eher auf einem Film aus den 80ern schließen und nicht auf einen Film von 2007. Es war gut, dass ich nichts über den Film wusste, denn schon das Cover verrät die Grundlegende Idee des Films – sicher kein Spoiler, aber meine Überraschung war ein positiver Faktor.

Ich war in Stimmung für sinnlosen Horror und erwartete also einen alten Mosterfilm ala Godzilla in dem ein überdimensionaler Adler gegen einen Mosterhai kämpft. Das lag wohl vor allem daran, dass ich vom gleichen Bekannten von dem ich diesen Film geliehen hatte vorher Story of Ricky bekam der es immerhin zusammen mit William Shatner in Star Trek zu eine der berühmten  “Worst Fight Scene” geschafft hat. Was ich dann allerdings zu sehen bekam war ein äußerst ungewöhnlicher Liebesfilm über äußerst ungewöhnliche Menschen. Man kann den gesammten Film in einem Wort zusammenfassen: Awkward

Die Charaktere, ihr Hintergrund, die Geschichte, alles ist irgendiwe seltsam und peinlich und vielleicht gerade deshalb auf einem sehr abstrakten Level zusammen mit viel “fremdschämen” absolut nachvollziehbar.

Eine definitive Empfehlung für alle Freunde des Seltsamen.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 7/10
Kultfaktor: 6/10
Action: 1/10
Comedy: 6/10
Drama: 6/10
Horror: 0/10
Lovestory: 7/10
Anspruch: 4/10
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[Review] Seen this?

by on Apr.28, 2009, under Filme

Nicht schon wieder so ein künstlerisch anspruchsvoller Film. Nicht schon wieder so eine hoch emotionale Beleuchtung eines Einzelschicksals mit viel Schmalz und Tränen. Das war das erste was ich dachte als der Film begann. Weiße Schlieren und Namen die nur aus einem Wort bestehen sind nicht unbedingt Qualitätszeichen zu Zeiten des iPods.Der erste Eindruck täuscht eben manchmal doch gewaltig.
Julianne Moore ist zwar kein Garant für gute Filme, aber zumindest scheint sie Drehbücher lesen und verstehen zu können, denn kann ich mich an keinen Film erinnern in dem sie eine wichtige Rolle spielte, der nicht entweder mindestens erträglich oder zumindest hochwertig und somit sehenswert war. Die anderen Schauspieler in Blindness sind zumindest mir unbekannt oder nie zuvor besonders aufgefallen.

Blindness fällt schon zu Beginn der Geschichte durch unauffällig auffällige Charactere auf, gleichzeitig natürlich und nachvollziehbar und andererseits relativ unpassend für Hollywood-Verhältnisse. Aber genau diese interessante Darstellung von Charakteren ist es die den Rest des Films möglich macht, nämlich eine tragische, realistische Darstellung von menschen in einer Extremsituation. Natürlich ist nicht alles an diesem Film realistisch, dennoch war der Film überzeugend genug um über die teilweise stark überzeichneten Details hinwegzusehen und sie als Teil der Geschichte wahrzunehmen.

Insgesamt hat mich dieser Film überzeugt, auch wenn das Ende einerseits ein wenig enttäuschend, jedoch andererseits eins von nur zwei möglichen – und davon das bessere – ist. Das einzig wirklich störende Element für mich war die inkonsequente Benutzung eines pseudo-Erzählers an bestimmten Stellen der Geschichte, aber das mag eine persönliche Abneigung sein.
Auch wenn dieser Film nicht gerade gemacht für Kinomatmosphäre ist, so lohnt es sich doch Ihn nicht einfach nur nebenbei zu sehen, sondern sich auf die Charaktere einzulassen – allerdings wirklich nichts für einen Comedy-Abend.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 7/10
Kultfaktor: 1/10
Action: 2/10
Comedy: 0/10
Drama: 8/10
Horror: 1/10
Lovestory: 2/10
Anspruch: 6/10
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[Review] Remake Asia. Heute: Korea

by on Apr.26, 2009, under Filme

Na ich wusste doch, dass ich das Setting und die Geschichte bereits kannte. Tale of two sisters heisst nun The Uninvited und ist so wunderbar amerikanisch geraten wie man es sich nur vorstellen kann. Vielleicht liegt es am mir doch sehr fremden Korea, dass der Originalfilm durch seine Verstörenden Sequenzen einen deutlich stärkeren Effekt erziehlte.
Nun wird wie vorher schon bei The Grudge und The Ring die gleiche Geschichte einfach noch einmal erzählt, nur eben mit westlicheren Gesichtern und westlicherem Verhalten. Besser werden die Filme dadurch üblicherweise nur was die technik betrifft und genauso ist es auch bei diesem.

Wer das Original nicht kennt sollte sich vorher überlegen ob sie sich eher mit asiatischer Exotik oder klassischem amerikanischen Landleben anfreunden kann, es ändert nichts so viel am generell interessanten Plot.
Am Ende gibt es natürlich eine Überraschung und somit ist dieser Film oder das Original auf jeden Fall einen Blick Wert. Das Original werde ich mir bestimmt noch einmal ansehen, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob es daran liegt, dass der Film besser ist, oder bloß daran, dass ich auf Grund des koreanischen Settings mehr ungewöhnliche Dinge gesehen habe.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 4/10
Kultfaktor: 1/10
Action: 1/10
Comedy: 0/10
Drama: 4/10
Horror: 6/10
Lovestory: 1/10
Anspruch: 3/10
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[Review] Not really man…

by on Apr.26, 2009, under Filme

Jim Carrey ist ja mittlerweile auch durchaus für andere Qualitäten als seine Grimassen bekannt. Spätestens seit Eternal Sunshine of the Spotless Mind weiß man, dass das Talent was er in Truman Show andeutete tatsächlich vorhanden ist.

Aber auch jeder gute Schauspieler kann hin und wieder unter Beweis stellen, dass er nicht in der Lage ist Scripts zu lesen bzw. es korrekt zu bewerten. Oder er brauchte wieder einmal Geld.

Die Idee hinter der Geschichte klingt ziemlich ausgelutscht: Ein Typ der in seinem Job feststeckt eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat und seine Freunde im Stich lässt, entscheidet sich dazu nie wieder zu lügen ab jetzt zu allem “Ja” zu sagen. Irgendwer hat sich da Lawyer, lawyer angeguckt und sich gedacht, “Hey das machen wir nochmal mit dem gleichen Hauptdarsteller und ohne Kinder”. Das hat insofern funktioniert, als dass sich Lawyer Lawyer 2 aka Yes Man der Grenze zum guten Film zumindest nähert. Die Geschichte ist vorhersehbar, die Romanze abgedroschen und die Witze zum großen Teil einfach nur alt. Der Hauptcharakter wir natürlich vom Nobody zum Supermann in kürzester Zeit, spricht nach ein paar Stunden perfekt Koreanisch, kann Flugzeuge steuern, ist fitter als trainierte Jogger und hat Freunde die immer zu ihm stehen… Märchenwelt in der Hollywoodkomödie. Kurz vor Schluss und zur Einleitung des obligatorischen “dramatischen” Höhepunktes wird noch der mittlerweile wirklich zu Tode gerittene pseudopolitische Terrorismus-Witz eingebaut “Do you hate America?” und dann muss unser Held natürlich alles wieder gut machen.
Nichts desto trotz bot das Zusammenspiel von Carrey und Deschanel deutlich mehr als ich es erwartet hätte und Carrey hat es doch tatsächlich geschafft seine schlimmen Grimassen auf eine Hand voll Szenen zu beschränken (was für eine seiner Komödien beinahe grandios ist).

Diese Seichte Nachmittagsunterhaltung wir sicherlich nicht den Weg in meine Filmsammlung finden und ich bezweifle, dass ich diesen Film noch ein weiteres Mal sehen werde.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 4/10
Kultfaktor: 0/10
Action: 1/10
Comedy: 5/10
Drama: 2/10
Horror: 0/10
Lovestory: 4/10
Anspruch: 0/10
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