Is it just み?

Tag: Realismus

[Review] Mal nicht die Welt retten…

by on Jan.14, 2010, under Filme

Na, Doctor Who Fans unter den Lesern? Für diese (und wohl auch viele andere) sollte klar sein: Wer durch die Zeit reisen kann, der hat die Welt zu retten. Man könnte ja einiges machen: Im Lotto gewinnen und es spenden, Hitler töten, Bush den Irakkrieg ausreden, die Zeugung von Britney Spears verhindern…

Das ist ja normalerweise auch der Fall, wenn der Hauptcharakter eines Films durch die Zeit reist. Wieso auch nicht, ist ja sinnvoll. Große Pläne, wilde Verfolgungsjagden, ein Gegenspieler der das Gleiche kann, die Erkenntnis, dass einige Dinge nicht zu verändern sind – patsch – fertig ist der Zeitreise-Schinken wie wir ihn kennen und (zumindest ich) immer noch mögen. Twelve Monkeys zeigt wie man es gut, Doctor Who setzt es albern aber unterhaltsam um, Zurück in die Zukunft zeigt wie man es kultig  – und viele viele B-Movies zeigen wie man es lieber nicht macht.

Nun ist eine neuer Film in die Kinos gekommen, dessen Hauptcharakter die Fähigkeit hat durch die Zeit zu reisen: The Time Travellers Wife. Zumindest für mich ist dies der erste Zeitreise-Film der eine vollkommen andersartige Geschichte erzählt als alle mir bisher bekannten Werke dieser Art, nämlich eine reine Liebesgeschichte.
Ich bin nun wirklich nicht der Typ, der Abends mit Schokolade und Tee vor dem Fernseher hockt und sich die Tränendrüsen durchspült, daher war ich zunächst erst einmal enttäuscht davon, dass es in diesem Film anscheinend keine Action geben wird…

Vorsicht Spoiler!

Die Geschichte beginnt recht seltsam, und wenn man den Titel des Films nicht kennen würde, wäre die Wirkung der ersten Sequenz des Films wohl noch einmal deutlich intensiver: Ein kleiner Junge fährt mit seiner Mutter im Auto. Sie singt ein deutsches Lied (ist wohl Opernsängerin) und unterhält sich danach mit ihrem Sohn. Es ist Winter, die Straßen sind verschneit und auf der Gegenfahrbahn kommt ein LKW ins schleudern. Sie kann dem LKW fast ausweichen, trifft ihn jedoch an der Seite und der Wagen schleudert herum. Plötzlich beginnt der Junge sich langsam aufzulösen, dann wird das Auto von einem weiteren LKW frontal gerammt und explodiert.
Der Junge taucht am Straßenrand wieder auf und ein junger Mann kommt zu ihm um Ihm zu erzählen, dass er ein Zeitreisender sei – und zwar er selbst aus der Zukunft.

Soweit zum Aufhänger der Geschichte. Ich persönlich hatte jetzt einen Actionfilm erwartet in dem der Hauptcharakter die Welt rettet und sich vielleicht am Ende herausstellt, dass der böse Gegenspieler den Unfall verursacht hat, oder irgendsowas…
Stattdessen wird die Lebensgeschichte des Zeitreisenden erzählt, die Geschichte eines normalen Menschen, wenn da nicht dieses Zeitreiseproblem wäre.

Der Film fokussiert sich im Gegensatz zu den meisten Anderen des Zeitreise-Genres eben nicht auf sein Talent und dessen Entwicklung, sondern beschreibt die Geschichte eines beinahe normalen Mannes, der eben diese – von ihm nicht wirklich kontrollierbare – Fähigkeit besitzt, die für ihn eigentlich Hauptsächlich von Nachteil ist.

So richtet sich sein Leben an einer Konstante aus: Seiner späteren Frau. Diese lernt er als erwachsener Mann, sie als junges Mädchen zum ersten mal kennen und ihre Leben verlaufen nun mal nicht parallel, was logischerweise zu seltsamen, aber nicht allzu fremden, Problemen in ihrer Beziehung führt.

Zuviel will und kann ich nicht vorweg nehmen, denn einerseits bietet der Film im Grunde genommen nicht allzu viel Plot und andererseits würde ich vielleicht den Film zumindest teilweise verderben, wenn ich noch weitere wichtige Plotelemente ausplappere – so viele gibt es ja nicht.

Alles in allem ist es ein sehenswerter Film, einer der wenigen Liebesfilme die ich durchhalte ohne mich die Hälfte der Zeit über die Charaktere, die Geschichte und die Dialoge aufzuregen; quasi der erste Liebesfilm seit Eagle vs. Shark den ich mochte, auch wenn der Zeitreisende weder vergleichbar ist noch an das neuseeländische Meisterwerk  herankommt. Dennoch finde ich es bemerkenswert wie realistisch und klein man einen Zeitreisefilm halten kann, allein dafür meine Empfehlung.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 6/10
Kultfaktor: 0/10
Action: 1/10
Comedy: 1/10
Drama: 6/10
Horror: 0/10
Lovestory: 8/10
Anspruch: 4/10
Comments Off on [Review] Mal nicht die Welt retten… :, , , , , more...

Realismus ist Mittel zum Zweck (oder: Nachtrag)

by on Nov.05, 2009, under Filme

Nachdem ich letztens District 9 als realistisch bezeichnet habe wurde ich darauf hingewiesen, dass an diesem Film ja nun wirklich nichts realistisch sei; das Schwebende Raumschiff, die Waffen, das über 20 Jahre unauffindbare Kommandomodul, die Unterordnung der Aliens, die wirtschaftliche Struktur und so weiter und so fort… (continue reading…)

Comments Off on Realismus ist Mittel zum Zweck (oder: Nachtrag) :, , , , , more...

[Review] Realismus und Aliens

by on Oct.29, 2009, under Filme

Was würde passieren wenn die Menschheit mit Aliens in Kontakt kommt?

  • a) Die Aliens napfen sich an dein Gesicht und legen Eier in deinen Körper
  • b) Die Aliens züchten im Geheimen Alien-Mensch Hybriden und starten Verschwörungskampagnen mit amerikanischen und russischen Geheimdiensten
  • c) Die Aliens entführen Wissenschaftler und fliegen mit Ihnen zurück nach Metaluna
  • d) Alles bleibt wie es ist, nur dass man jetzt eine weitere Form von Rassismus hat

District 9 geht jetzt den realistischen Weg. Der Film beginnt mit einem Zusammenschnitt aus “Nachrichten” die über das Erscheinen eines UFOs über Johannesburg berichten. Die Ereignisse werden kurz und prägnant im The-Office-Stil zusammengefasst: Nachrichten-Szenen, Interviews mit Mitarbeitern und Analysten, Szenen aus der Stadt.

Relativ schnell schießt sich das “Kamerateam” auf eine Person ein. Ein ziemlich weichlich aussehender Typ, könnte wohl rein optisch als Standard-Beamter zusammengefasst werden, der von seiner Familie erzählt und irgendwo am Schreibtisch einer Behörde arbeitet die sich mit den Aliens befasst. Er wird der Hauptcharakter der geschichte werden, auch wenn man in der ersten Hälfte des Films nicht viel von “Geschichte” mitbekommt, da im Pseudoreportage-Stil erst einmal alles erklärt wird: Die Aliens kamen her, niemand weiß wieso, sie konnten Ihr Schiff nicht verlassen, die Menschen haben die Hülle des UFOs (das immer noch über der Stadt schwebt) geöffnet und fanden vollkommen verwahrloste Lebewesen vor. Diese wurden dann natürlich prompt in eine Art Ghetto gepackt und die angrenzende Stadt mit Kein-Zutritt-Für-Aliens-Schildern gepflastert. Nach ca. 20 Jahren hat sich das ganze eingependelt, die Aliens leben in ihrem Slum und sind natürlich der Grund allen Übels für die menschliche Bevölkerung. Man beschließt nun also um den unzufriedenen menschlichen Anwohnern entgegenzukommen die Aliens umzulagern.

So beginnt dann eine actiongeladene Geschichte, die wirklich fast jeden Zuschauer bedienen sollte. Action gibt es genug, schließlich rückt man mit Militärverstärkung an um die Aliens über ihre bevorstehende Umsiedlung zu informieren, Ironie und Zynismus sind quasi der Unterton des Films, schließlich geht es hier darum wie wir mit “Anderen” umgehen, Drama gibt es dank einer persönlichen Wendung für den Hauptcharakter und Technik gibt es dank der Aliens auch ein wenig.

Wenn es diesen Film noch nicht gäbe hätte ich ihn drehen wollen. Vielleicht hätte ich mich noch mehr in dem Reportagen-Stil verrannt, doch die Story hier macht den Film auch für Leute die keine Stromberg-Freunde sind interessant.
Dieser Film wird auf jeden Fall den Sprung in meine DVD-Kollektion schaffen.

Bewertung:
Gesamtbewertung: 8/10
Kultfaktor: 7/10
Action: 8/10
Comedy: 2/10
Drama: 6/10
Horror: 2/10
Lovestory: 3/10
Anspruch: 7/10
Comments Off on [Review] Realismus und Aliens :, , , , , more...